Rainer Wanner: Personal Blog

Benutzerschnittstellen bei der Hausautomatisierung

Inzwischen findet sich in Haushalten eine große Anzahl von Geräten, die miteinander vernetzt werden können: DSL-Router  mit kleinen Telefonanlagen, Kabelmodems, AccessPoints, Notebooks, PC, Receiver, Rekorder, Spielekonsolen, Internetradios, NAS-Systeme, Heimserver, Mediaserver,…

Während die vorgenannten Systeme zumeist über eine einigermaßen bedienerfreundliche Schnittstelle verfügen, finden sich immer noch viele Komponenten im Haus, die beispielsweise zur Konfiguration kryptische, nicht-intuitive, komplizierte und langwierige Eingaben erfordern und deren Displays unverständliche Abkürzungen oder Meldungen anzeigen. Ohne Handbuch und dem Nachvollziehen der oftmals unlogischen Konfigurationsabläufe ist dann kein Erfolg zu verbuchen.

Positive Beispiele sind bei den DSL-WLAN-Routern zu finden. Trotz anspruchsvoller Prozesse und vielen Einstellmöglichkeiten haben es die meisten Hersteller geschafft, dass auch der Laie einen Router über einen Browser in Betrieb nehmen kann und er durch den Konfigurationsprozess mit Grafiken, Beschreibungen und Plausibilitäsprüfungen geführt wird.

Abschreckende Beispiele finden sich hingegen bei Telefonanlagen, Heizungssteuerungen, Türsprechsystemen, SAT-Receivern, aber leider auch bei einigen Hersteller der einleitend erwähnten Anlagen.

Ich habe mich gefragt, warum einige Produzenten immer noch eigene Steuerungen, Anzeigesysteme und unverständliche zeitfressende Bedienlogiken implementieren und damit ihre Kunden verärgern. Ist das so viel billiger in der Herstellung, dass dies einen deutlichen Kaufanreiz darstellt und das Risiko in Kauf genommen werden kann, dass der Käufer bei der nächsten Beschaffung zum Wettbewerb wechselt?

Ich glaube dies nicht.

  • Software: Mini-Webserver, wie beispielsweise Jibble, Real Time Kernel wie FreeRTOS oder Mini-Linuxe sind als OpenSource verfügbar und können auf einfacher Hardware installiert werden.
  • Hardware: Mikrocontrollersysteme, System-on-a-chip, Embedded Systeme
  • Schnittstellen: Chips “on board” für Ethernet, Bluetooth, USB, seriell, WLAN, PowerLAN (eine Bestromung ist meist sowieso notwendig)
  • Userinterface: Browserapplikation z.B. mit AJAX

Der Zugriff kann dann über ein Notebook oder Smartphone per Browser direkt an der Steuerung oder über das Heimnetzwerk erfolgen. Für den Hersteller könnte sich hierdurch der Vorteil ergeben, dass für verschiedene Produkte nur ein Steuerungstyp realisiert werden muss und die Webapplikation nur den jeweils veränderten Funktionen angepasst werden muss. PlugComputer, die irgendwo im Haus in eine Steckdose gesteckt werden, könnten helfen, verschiedene Systeme kostengünstig zu bündeln und ggf. sinnvoll zu vernetzen.

Ich bin davon überzeugt, dass wir hier in den nächsten Jahren deutliche Veränderungen bei der Bedienung von Haussystemen sehen werden.

Update 19-04-2010:

Während bisherige Lösungen, wie der EIB (European Installation Bus) sich aufgrund der Konzeption und des Preises eher für Neubauten eignet und weniger als Nachrüstlösung, könnte sich ein anderes System evtl. besser am Markt durchsetzen, da der Ansatz auch bestehende Infrastruktur nutzen, mit geringem Aufwand realisiert werden kann und kostenseitig (soweit bisher bekannt) attraktiv wäre. Das System heißt digitalSTROM. Komponenten sind z.B. bei aizo zu finden und die Serversoftware liegt als OpenSource im Quellcode vor. Der Ansatz ist vielversprechend.

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