Softwarequalität und Design von iPhone Apps
Update 03-01-2011: Apple schafft es auch mit iOS 4.2.1 die Weckfunktion außer Funktion zu setzen. Bereits Ende Oktober 2010 gelang es anläßlich der Umstellung auf Winterzeit, die iPhone-Nutzer schlafen zu lassen. Damals waren wohl jene Kunden betroffen, die einen sich wiederholenden Alarm eingestellt hatten. Nun sollte man meinen, dass im Zuge dieser Problematik die Betriebssoftware ausreichend geprüft wurde, um eine Wiederholung nicht-klingelnder iPhones zu vermeiden. Dies war aber wohl nicht der Fall. Stattdessen durften sich diesmal Nutzer der Weckers ohne Wiederholungsoption zum Jahreswechsel an den Tagen vom 01.01. bis 03.01. über zusätzlichen Schlaf freuen – mich eingeschlossen. Danke Apple!
Update 05-08-2010: Twitter für iPhone (ehemals Tweetie) reiht sich in die Reihe der mangelhaft getesteten Apps ein und stürzt in der Version 3.0.2 permanent ab. Der Twitter-”Wal” gibt also auch auf dem iPhone seinen Einstand. Leider werden erwartungsgemäß nur noch Twitter und keine anderen Microblogs mehr unterstützt. Update 10-08-2010: Nach 5 Tagen startet mit der Version 3.0.3 wieder eine funktionierende Version. Und die Upgrade-Beschreibung enthält keinen erkennbaren Hinweis auf den Fix oder gar eine Entschuldigung an die Nutzer.
Für Microblogs von status.net/identi.ca muss auf eine andere App umgestiegen werden. Meteoric unterstützt diese Dienste und kann auch mehrere Accounts verwalten. Allerdings scheint bei mehreren Accounts immer nur die gleiche URL möglich zu sein. Wird diese an einer Stelle geändert, so ändert sich diese auch bei den anderen Accounts mit. Wenn schon Status.net in der Beschreibung erwähnt wird, dann sollten die Entwickler auch wissen, dass status.net selbst installiert werden und somit auch unter mehreren Domains abrufbar sein kann. Also kann ich mehrere Konten abrufen, muss mich aber für eine einzige Domain entscheiden. Und für Twitter ist dann eine weitere App notwendig. Dies ist klasse, weil mehrere Applikationen auf dem iPhone ja besonders gut gleichzeitig laufen…
Update 11-07-2010: Pocket Informant fällt erneut negativ auf. Die neue Version 1.50 lässt sich unter OS 3.1.3 nicht mehr starten. Erst das Update einige Tage später lässt den Zugriff auf die gespeicherten Daten wieder zu. Offensichtlich hat man aus dem Problem im Januar nichts hinsichtlich Qualitätstests gelernt, zumal man sich kaum darauf berufen kann, dass OS 3.1.3 eine alte Firmware wäre, denn iOS4 ist erst kurz verfügbar und für die iPhones der 1. und 2. Generation nicht (sinnvoll) nutzbar.
Pocket Informant läßt sich plötzlich am 15.01. nicht mehr starten. Nach Information des Herstellers wurde Beta-Code verwendet, der dafür sorgte, dass sich der Safari Browser öffnete, aber leider nicht mehr die Applikation. Glücklicherweise wurde im Browserfenster zumindest der Grund und die Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten angezeigt sowie ein Hinweis, dass das Update an Apple bereitgestellt wurde, aber noch auf die Freigabe warte. Dies dauerte dann auch noch einige Tage, die es mir erlaubte 2do zu testen (hierzu gibt es einen separaten Bericht). Da es sich bei Pocket Informant um eine Software handelt, die ich für meine persönliche Planung einsetze, war die Fehlfunktion besonders ärgerlich, da die anstehenden Termine und Aufgaben nun nicht mehr im Zugriff waren. Es gibt natürlich eine Datensicherung, aber die weitere Nutzung war nicht mehr sinnvoll gewährleistet, da die Termine beispielsweise separat vom iPhone Kalender geführt werden (was eine Einschränkung durch Apple darstellt).
Used Budget wird im Januar wieder einmal von Änderungen auf der T-Mobile Site überrascht und die Nutzer können ihre Tarifnutzungsdaten nicht mehr abrufen. Es handelt sich um das Katz-und-Maus-Spiel, das immer dann beginnt, wenn T-Mobile mal wieder die Internetsite mit den Daten modifiziert.
Mobile Butler ist ebenso betroffen, liefert Updates, hatte aber Wochen zuvor schon einmal entnervt verkündet, aufgrund der Änderungen von T-Mobile auf der Site und der generellen Erreichbarkeit der T-Mobile-Seite, die App nicht mehr weiter verkaufen zu wollen.
Eigentlich müßte für T-Mobile ein Interesse bestehen, die Vertragskunden mit Verbrauchsdaten zu versorgen. Nicht aus Sicht von Zusatzverbräuchen, die ja beispielsweise mit teuren 29ct. pro Gesprächsminute lukrativ (für T-Mobile) abgerechnet werden, aber hinsichtlich der Kundenzufriedenheit und -bindung. Warum benötigt die Site so oft Wartung? Warum gibt es Schwierigkeiten bei vielen Zugriffen? Warum wird kein geeigneter Zugang für Mobilgeräte bereitgestellt, der es den Kunden ermöglicht, sich zu informieren? Warum gibt es keine Software für das iPhone von T-Mobile? Und warum schaffen es die Hersteller der beiden wirklich guten Applikationen nicht, auf Änderungen von T-Mobile schneller zu reagieren? Beispielsweise durch eine separte Parameterdatei, die von der eigenen Internetsite heruntergeladen wird (falls dies durch Apple nicht verhindert wird…)?
my.tel liefert Anfang Februar ein Update aus, das nicht einmal auf iPhones ohne Jailbreak und mit aktuellem OS startet. Wie testet der Entwickler seine Software? Nur auf einem Emulator? Und wie gibt Apple Apps frei? Ein schwarzer Bildschirm nach dem Start der Software ist natürlich nicht schädlich, allerdings ein Problem für den Nutzer. Warum wird hier nicht zumindest die funktionierende Vorgängerversion wieder freigeschaltet? Auch das Firmware Upgrade auf 3.1.3 hat bei mir keinen Start der Applikation bewirkt, aber den Reviews nach zu urteilen, bin ich hier nicht allein.
Update 11-07-2010: Navigon stellt ein Update auf die Europa-Version 1.6 bereit. Das Update gestaltet sich auf einem 3G mit 8GB nach wie vor schwierig. Viele Applikationen und Daten müssen zuvor gelöscht werden. Erst als auf dem iPhone ein freier Speicher von 4,4GB !!! angezeigt wird, ist die Applikation bereit sich laden und installieren zu lassen.
Warum quälen (noch) teure Naviprogramme, wie Navigon, die über 1GB Größe aufweisen, Nutzer bei jedem Update mit Workarounds, wenn nicht die doppelte Kapazität an freiem Speicherplatz zur Verfügung steht? Warum können Applikation und Daten nicht voneinander getrennt bereitgestellt werden? Dann würde nur der Applikationsteil einen doppelten Speicherbedarf haben (Laden und dann die Installation). Die Daten müßten aber nur einmal geladen werden. Vielleicht gibt es da ja wieder einmal Restriktionen? Auf jeden Fall ist der Updateaufwand durch die notwendigen Workarounds hierdurch sehr gross.
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RobGer
15 Feb, 2010
Hey, Thema UsedBudget oder MobileButler und dem nachziehen, wenn sich mal wieder was bei T-Mobile ändert. Schaut euch doch mal den D1-Butler an: da passt sich die App den Änderungen von T-Mobile in wenigen Stunden an. -> http://www.d1-butler.de
admin
15 Feb, 2010
Danke für den Hinweis. Das sieht zwar etwas nach Eigenwerbung aus
, ich habe mir aber natürlich die Lite-Version heruntergeladen und werde schauen, wie sich die drei Applikationen bei der nächsten T-Mobile-Änderung schlagen.
Gruß
Rainer
admin
28 Feb, 2010
Am 28.02.10 empfing mich die D1-Buttler-App mit der Meldung: D1-Butler-Service konnte nicht kontaktiert werden.
Es mag ja sein, dass die App flexibel auf Änderungen an der T-Mobile Seite reagieren kann. Ist aber der eigene Dienst nicht verfügbar, dann gibt es noch eine weitere Schwachstelle auf dem Weg zu den Daten.
-Rainer
Helmut Neumann
7 Mar, 2010
Die meisten Kostenkontroll-Apps haben seit jeher besagte “Parameter-Datei” (ganz so simpel ist es aber in der Realität nicht). Die Änderung Ende Januar war aber so grundlegender Art, daß sie mit einer Online-Aktualisierung nicht vollständig zu kompensieren war. Dank der aktuell sehr kurzen Review-Zeiten haben die (leider wenigen) gut gepflegten Apps aber binnen weniger Tage wieder funktioniert (dazu gehörte auch HandyEtat). Zum Thema “automatische Anpassung”: Was nützt eine Software die glaubt sich an etwas angepasst zu haben, aber in Wirklichkeit groben Unfug darstellt? Da ist mir ein zügiger, aber ordentlich getesteter Regel- oder Programm-Update gepaart mit guter Kunden-Information allemal lieber. Regel-Updates bei HandyEtat kommen übrigens meist ohne grosses Aufhebens innerhalb von wenigen Stunden nach Erkennung des Problems. Das könnte man dann ja vielleicht sogar automatische Anpassung nennen
.
admin
7 Mar, 2010
Danke für die erläuternden Worte. Leider macht es aber gerade die von Ihnen angegebene Kombination von Aktivitäten so schwer, schnell wieder zu einer funktionierenden Applikation zu gelangen:
- Die T-Mobile Seite ist wegen Wartungsarbeiten nicht erreichbar. Das sind dann Zeiten in denen die Applikationen alle nicht funktionieren.
- T-Mobile ändert die Seite. Da dies offensichtlich nicht vorher angekündigt wird, können erst jetzt die App-Hersteller agieren.
- Nach Erkennen der Änderung von T-Mobile muss die Änderung analysiert werden, ein Update generiert und getestet werden sowie schließlich an Apple zur Prüfung und zur Freigabe eingereicht werden. Jede Verzögerung auf diesem Wege sorgt für eine Aufsummierung von Zeiten. Auch Entwicklern sei Urlaub gegönnt
und manchmal dauert es offensichtlich auch bei Apple.
- Der Weg über Parameter-Dateien setzt natürlich eine korrekte Analyse und Korrektur voraus, die zwar dann den Weg durch die Apple-Freigabe erspart, aber eben auch fehlschlagen kann. Sollte dann der Server, der die Datei bereitstellt, überlastet sein oder nicht zur Verfügung stehen, dann scheitert dieses Verfahren.
Genau genommen, müsste viel früher angesetzt werden: T-Mobile sollte von den Wartungsausfällen wegkommen und vorab über Änderungen an der Site informieren. Ein entsprechendes API zur Übergabe von Informationen wäre da aber der vernünftigere Weg, zumal die Inhalte sich ja nicht (oft) ändern. Dann könnte auch T-Mobile nach Belieben die Site umgestalten. Das Interesse an einer solchen Lösung erscheint mir aber gering (siehe Ursprungsartikel).
-rainer
P.S. Die Eigenwerbung sei Ihnen gegönnt
.