Schwierigkeiten bei der Datenübertragung in Mobilfunknetzen
Es ist schön, wenn die Mobilfunkunternehmen mit Werbeaussagen die potentiellen Kunden umwerben, die auf die hervorragende Netzabdeckung und die leistungsstarken performanten Datenverbindungen abzielen. Von HSDPA und UMTS ist die Rede mit Geschwindigkeiten von nominal 384Kbps oder gar 7,2 bis 14,4Mbps im Downlink. Und auch beim Uplink wird mittels HSUPA mehr als 1,45Mbps offeriert.
Begeben wir uns einmal auf eine Reise von Heidelberg über Neckargemünd, Wiesenbach, Waldwimmersbach, Aglasterhausen, Obrigheim nach Mosbach. Eine Strecke mit kleineren Orten, hügeliger Landschaft und Wäldern, wie Sie im Kraichgau, Odenwald, Taubertal, an der Bergstraße, im Nordschwarzwald oder im Fränkischen öfter anzutreffen ist.
Solange man die Straßen nutzt, sich in den Ortschaften aufhält und Wege durch die Wälder und abseits der Durchgangsstraßen meidet, wird man feststellen, dass es immer mal wieder passieren kann, dass keine Netzversorgung vorhanden ist und auch an schlecht versorgten Bereichen sich Mobiltelefone immer mal wieder für ein paar Minuten ausbuchen. Telefonie ist somit mit einigen Einschränkungen aber dennoch möglich.
Seit einigen Wochen beobachte ich allerdings signifikante Engpässe in der Datenkommunikation auch bei den beiden großen Mobilfunkunternehmen Telekom (T-Mobile) und Vodafone. Da von einer Versorgung mit HSDPA und UMTS ab Wiesenbach und bis Obrigheim nicht gesprochen werden kann, schalten die Mobilkomponenten auf EDGE und GPRS zurück. Dies würde theoretisch bedeuten, dass immer noch eine Versorgung mit über 200Kbps oder im Falle von GPRS immerhin noch 56Kbps anstehen sollten.
Festzustellen ist aber stattdessen, dass selbst bei mittlerer bis guter Signalstärke und EDGE-Anzeige insbesondere am späten Nachmittag und am Abend keinerlei Daten übertragen werden können. Teilweise läßt sich dies auch schon am Vormittag beobachten. Erst wenn kurz vor Mosbach wieder eine UMTS-Versorgung gegeben ist, startet die Übertragung.
Es scheint sich um einen echten Engpass durch die geringere Anzahl an Basisstationen (ländlicher Raum mit hügeliger Landschaft) und die Beschränkung auf GPRS/EDGE zu handeln. Telefonie mit GSM ist dann zwar immer noch möglich, aber offensichtlich gibt es keine Reserven mehr für die in der Priorität niedriger angesiedelte Datenkommunikation.
Ich bin gespannt, ob hier die kürzlich abgeschlossenen Versteigerungen von weiteren Frequenzpaketen tatsächlich für den ländlichen Raum etwas bringen werden oder ob es als zu teuer eingestuft wird, die weißen Flecken in der Datenkommunikation zu schließen.
Update 11-08-2010: Bei der Telekom hat sich vor ca. 2 Wochen etwas getan. In Aglasterhausen wurde ein UMTS Versorgungsbereich ergänzt, der auch über die Ortsgrenzen hinaus eine Datenübertragung ermöglicht. Zwischen den UMTS Spots ist allerdings keine signifikante Besserung festzustellen.
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