Category: Hausautomatisierung

Homematic CCU2 Firmware

Ich habe mich am 30.06.16 zum Update auf 2.19.9 entschlossen, da in den Foren gelegentlich ein neu Anlernen von problembehafteten Komponenten als Lösung benannt wurde. Allerdings funktionierte mit der Version 2.19.9 auch ohne weitere Aktion der 4-fach Schalter nun wieder.


Kurz nach der Veröffentlichung von Version 2.17.14 wurde für die CCU2 die Version 2.17.15 nachgeschoben.

Nach meinem Test des Wechsels von 2.15.5 auf 2.15.6 und weiter auf 2.17.14 habe ich einen weiteren Versuch unternommen und ein Upgrade von 2.15.6 auf 2.17.15 durchgeführt. Das Upgrade hat funktioniert, allerdings ist auch bei dieser Version eine Reduzierung der Funkreichweite festzustellen, allerdings sehr selektiv.

Diesmal habe ich die RSSI-Werte in direktem Vergleich für unterschiedliche Komponenten in unterschiedlicher Entfernungen zur Verfügung. Hierfür habe ich auf das Add-On XML-API zurückgegriffen (rssilist.cgi). Interessant ist hierbei, dass für die meisten Werte bei Version 2.15.6 (erster Wert) und 2.17.15 (zweiter Wert) auf fast dem gleichen Niveau liegen.

  • Komponente 1, RSSI Tx -74 vs. RSSI Tx -181 (keine stabile Verbindung mehr möglich!)
  • Komponente 2, RSSI Tx -98 vs. RSSI Tx -98
  • Komponente 3, RSSI Tx -58 vs. RSSI Tx -58
  • Komponente 4, RSSI Tx -98 vs. RSSI Tx -103
  • Komponente 5, RSSI Tx -101 vs. RSSI Tx -103
  • Komponente 6, RSSI Tx -79 vs. RSSI Tx -82

Bei den untersuchten Werten, stellt die Komponente 1 einen Ausreißer dar. Es handelt sich in meinem Falle um den HM-LC-Sw4-WM, also um den 4fach-Schaltaktor, der von einer guten Signalstärke auf “nicht mehr erreichbar” fällt. Eine Lösung habe ich bislang nicht gefunden, auch eine Ergänzung mit LAN-Konfigurationsadapter erscheint mir nicht hilfreich, da die Signalstärke mit der älteren Softwareversion gut war.

Schaut man sich die Berichte in den Foren an, dann sind die geschilderten Schwierigkeiten mit der aktuellen Firmware recht vielfältig (bis hin zu völlig problemlosen Betrieb…). Wer nicht auf das Update angewiesen ist, also beispielsweise keine Homematic-IP Komponenten ergänzen muss, kann sich Zeit lassen. Das könnte Nerven schonen.


Artikel vom 14.03.2016: Homematic CCU2 Update auf V2.17.14

Mit der Version 2.17.14 hat u.a. die Kompatibilität mit Homematic-IP Einzug gehalten.

In diversen Foren wurde darauf hingewiesen, dass zuvor ein Update auf die Version 2.15.6 empfohlen wird, da verschiedene Anwender größere Probleme beim Update hatten. Beide Versionen tragen auf der Homepage des Herstellers das gleiche Releasedatum, daher konnte es passieren, dass sofort von der CCU2 auf die neueste Version zum Download hingewiesen wurde, aber nicht mehr auf die offensichtlich sinnvolle Version 2.15.6.

Ich habe zunächst von der Herstellerseite die 2.15.6 geladen und von 2.15.5 auf 2.15.6 und dann weiter auf 2.17.14 ein Upgrade durchgeführt. Dies hat funktioniert.

Aber Achtung, die neue Kompatibilität mit Homematic-IP scheint sich auf die Reichweite der CCU2 für die bisherigen Homematic-Komponenten auszuwirken. Plötzlich waren einige Produkte, die sich etwas weiter entfernt von der CCU2 befinden, nicht mehr erreichbar!

Nach Downgrade auf 2.15.6 war der alte Zustand wieder erreicht. Alle Produkte wurden sofort wieder erreicht.

Wie groß der Reichweitenunterschied ist oder ob es bei größeren Entfernungen zu Störbeeinflussungen kommt, die die Erreichbarkeit von Komponenten einschränkt, konnte ich nicht ermitteln, aber eine Einflussgröße scheint die neue Version auf jeden Fall aufzuweisen.

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Foscam im Aussenbereich installieren

Die Aussenkamera weist einen umfangreichen Kabelbaum mit Anschlüsse für Strom, Audio in, Audio out, Reset und LAN auf, der aber sehr kurz geraten ist (ca. 45cm Gesamtlänge inkl. Anschlussstecker).

kamera_kabel

Ist es an der Montageposition der Kamera möglich, eine Bohrung durch die Wand in den Innenbereich eines Gebäudes vorzunehmen, dann stellt sich die Frage, ob die Länge des Kabelbaums ausreichend bemessen ist, um durch Wand und Dämmung zu gelangen. Selbst bei älteren Bauten mit damals noch kleineren Dämmdicken ergeben sich durchaus 40cm Wandstärke. Dann liegt bereits ein Teil der Anschlussstecker innerhalb der Wand.

kamera_wandstaerke

Inzwischen sind die Stärken aufgrund der Energieeinsparverordnung noch größer geworden. Leider ist der Kabelbaum nicht abtrennbar, daher ergibt sich die Notwendigkeit einer größeren Kabeldurchführung, obwohl ggf. für den Betrieb über WLAN nur die Stromversorgung zugeführt werden muss. Wünschenswert wäre gewesen, dass der Stromanschluss separat ausgeführt wird, was den Anschluss vereinfacht hätte.

Alternativ hierzu können die Anschlüsse des Kabelbaums im Außenbereich verbleiben, da diese aber nicht wasserdicht ausgeführt sind, müssen diese im Freien geschützt werden. Eine Option hierfür ist das von Foscam angebotene Zubehörteil FAB99, eine wasserdichte Anschlussdose auf die die Kamera aufgeschraubt werden kann und die den Kabelbaum inkl. Anschlusstecker aufnimmt. Die Zuführung der benötigten Anschlüsse erfolgt über die Rückseite der Dose, also direkt in die Wand. Die Lösung sieht gut aus, setzt aber voraus, dass an der Montageposition der Kamera eine Bohrung durch die Wand möglich ist. Hier ein Video-Clip von Foscam zu diesem Produkt:

Oftmals kann es aber einfacher sein, die Wanddurchführung an einer Stelle zu realisieren, die bereits genutzt wird (Leerrohr, Fenster, Fensterrahmen, Kabeldurchführungen für Klingel, Gartenanschlüsse, Lichtanschlussleitungen, Bewegungsmelder…). Insbesondere wenn nur die 12V für die Kamera zugeführt werden muss, vereinfacht dies den Anschluss enorm. Dann sind lediglich die Anschlüsse des Kabelbaumes in einer Dose anzubringen. Hier bieten sich Abzweigkästen/-dosen aus dem Baumarkt an. Auf der sicheren Seite befindet man sich mit Ausführungen nach IP65.  Ungünstig ist hierbei, dass die Membran der Dose eingeschnitten werden muss, um die Membran um das Kabelstück an der Kamera zu legen. Die Dose muss hierfür zwei Voraussetzungen mitbringen:

  1. Die Membran muss herausnehmbar sein, da ansonsten keine Montage am Kabel erfolgen kann
  2. Die Bohrung in die die Membran eingesetzt werden soll, muss so gross sein, dass auch der dickste Anschlussstecker durch die Bohrung passt

kamera_membran

kamera_dose

Nach Einstecken der Membran in die Dose sollte mit etwas Silikon für ausreichende Dichtigkeit gesorgt werden.

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Foscam FI9900P Ersteinrichtung

Die Foscam FI9900P ist eine HD IP-Kamera, die für den Einsatz im Außenbereich optimiert wurde. Die Beschreibungen zum Einrichten der Kamera und die beigefügte CD mit Tools lassen allerdings sowohl qualitativ als auch inhaltlich Raum für Optimierungen.

Schaut man sich die ausschließlich in englisch beigefügte Kurzanleitung an, wird ersichtlich, dass Foscam zunächst die Montage der Kamera beschreibt und anschließend die beiden Anbindungsmöglichkeiten über LAN (wired) und WLAN (wireless) darstellt. Die Reihenfolge finde ich etwas seltsam, denn aus praktischer Überlegung würde ich die Kamera erst montieren, wenn ich bereits weiß, dass die Kamera funktioniert und ich im Netzwerk auf die Kamera erfolgreich zugreifen kann. Die Einrichtung ist sicherlich einfacher, wenn ich alle Komponenten noch im direkten Zugriff habe. Auf jeden Fall würde ich aber für den Außeneinsatz die Antenne aufschrauben, um bei WLAN-Betrieb optimale Empfangsbedingungen zur Verfügung zu haben und den Antennenconnector zu schützen.

Für die initiale Einrichtung geht der Hersteller davon aus, dass sich der Nutzer die iOS oder Android-App aus dem jeweiligen Store auf das Smartphone herunterlädt und über WLAN die Verbindung zur Kamera herstellt. Ich konnte mich für diese Vorgehensweise nicht begeistern:

  • Die App von Foscam ist Stand 05.03.2016 im Google Play Store mit 2,1 von 5 Punkten nicht gerade positiv bewertet und Nutzer berichten von sehr großen Schwierigkeiten.
  • Darüber hinaus erfordert der cloudlbasierte Zugriff über die App eine Registrierung. Anschließend ist dann zwar die Kamera auch ausserhalb des eigenen Netzwerkes erreichbar, aber ich muss darauf hoffen, dass die Zugangsdaten nur für den eigenen Zugang verwendet werden, der Dienst immer erreichbar ist und die Daten nicht in falsche Hände gelangen. Letzter Fall ist ja in der Vergangenheit auch schon durch Nachlässigkeiten oder Sicherheitslücken bei anderen Diensten passiert.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Update der Firmware zum Lieferzeitpunkt verfügbar ist, ist groß. Hier empfiehlt der Hersteller allerdings die Einspielung via LAN. Also sollte sowieso erst einmal ein LAN-Kabel angeschlossen werden.

Ich habe mich dazu entschlossen, die Kamera per Ethernetkabel ins LAN anzuschließen und dann zu bestromen. Wichtig ist hierbei, dass im Netzwerk die Kamera über einen DHCP-Server eine IP-Adresse zugewiesen bekommen kann. Diese Variante ist zwar nicht in der Kurzanleitung, aber wiederum im Handbuch auf der CD aufgeführt, aber leider hat bei mir unter Windows 10 das auf der CD beigefügte “Search Tool” keine Kamera mit dazugehöriger IP-Adresse finden können! Zwischendurch war mal kurzzeitig die Kamera im Tool zu sehen, aber darauf würde ich mich nicht verlassen. Das ist schade, vielleicht klappt es später einmal stabil mit einer neueren Version in Kombination mit WIN 10.

fi9900p_1

Was aber sicherlich funktioniert, wenn DHCP läuft, ist der Fall, dass die Kamera nach kurzer Zeit in der Geräteliste auf dem Server/Router als neues Gerät auftaucht. Auf der FritzBox war im Menü Heimnetz/Netzwerk bei mir ein neuer Eintrag zu sehen, der allerdings keinen Bezeichner aufwies, der für die Identifikation der Kamera hätte helfen können. Wird die Kamera an einen der Anschlüsse der FritzBox angeschlossen, dann lässt sich aber über die Anschlussbezeichnung (LAN 1, LAN 2…) der Eintrag schnell finden.

foscam_sreen

Jetzt ist ein Zugriff über den Browser auf die Kamera möglich. Aber Achtung, auch hier gibt es derzeit Einschränkungen, weil Foscam ein Plugin nutzt, dass weder auf dem Chrome- noch auf dem Edge-Browser läuft. Das Problem gibt es auch für Mobilgeräte. Internet-Explorer und Firefox funktionieren hingegen. Nach Start des Firefox oder IE ist die zuvor gefundene IP-Adresse (hier als xxx.xxx.xxx.xxx dargestellt) entweder in der Form:

  • http://xxx.xxx.xxx.xxx:88 oder
  • https://xxx.xxx.xxx.xxx

einzugeben. Bei der ersten Variante wird der Standardport 88 genutzt, bei der Variante mit Verschlüsselung (SSL) wird bei vielen Browsern noch nach Bestätigung des Zertifikats verlangt, was im internen Netz auch getan werden kann. Jetzt wird noch vom Browser um Freigabe für das Plugin gebeten, dann ist eine Anmeldung an der Kamera möglich.

Die Anmeldung erfolgt mit Username “admin” und ohne Password. Anschließend wirst Du aufgefordert neue Zugangsdaten zu vergeben. Dies solltest Du auf jeden Fall tun, um den Zugang zur Kamera zu schützen.

Empfehlenswert ist noch ein Update der Firmware bevor in die weitere Konfiguration eingestiegen wird. Das Menü ist über System/System Upgrade erreichbar. Nach Download, entpacken der Dateien und einspielen des Updates über Browse und System Upgrade ist der Vorgang beendet. Die Beschreibung des Upgradevorgangs ist in einem beigefügten Dokument im Download beschrieben. Bei meinem Update waren beispielsweise zwei Dateien einzuspielen.

Über den Setup Wizard lässt sich die Basiskonfiguration mit Kamerabenennung, Zeitserver-Einstellung für die Zeitsynchronisation, WLAN-Konfiguration (falls gewünscht) und die Settings für die IP-Einstellungen (DHCP oder statisch).

Nun ist die Kamera grundsätzlich betriebsbereit. Soll sie nun über WLAN betrieben werden, so ist das Ethernet-Kabel abzuziehen.

Weitere Informationen zur erweiterten Konfiguration, empfehlenswerten Applikationen, Montage u.a. werden in separaten Artikeln folgen.

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Benutzerschnittstellen bei der Hausautomatisierung

Der nachstehende Artikel von mir datiert auf den 17.02.2010, ist also bereits 6 Jahre alt. Leider hat er nur wenig an Aktualität verloren.

Inzwischen findet sich in Haushalten eine große Anzahl von Geräten, die miteinander vernetzt werden können: DSL-Router mit kleinen Telefonanlagen, Kabelmodems, AccessPoints, Notebooks, PC, Receiver, Rekorder, Spielekonsolen, Internetradios, NAS-Systeme, Heimserver, Mediaserver,…

Während die vorgenannten Systeme zumeist über eine einigermaßen bedienerfreundliche Schnittstelle verfügen, finden sich immer noch viele Komponenten im Haus, die beispielsweise zur Konfiguration kryptische, nicht-intuitive, komplizierte und langwierige Eingaben erfordern und deren Displays unverständliche Abkürzungen oder Meldungen anzeigen. Ohne Handbuch und dem Nachvollziehen der oftmals unlogischen Konfigurationsabläufe ist dann kein Erfolg zu verbuchen.

Positive Beispiele sind bei den DSL-WLAN-Routern zu finden. Trotz anspruchsvoller Prozesse und vielen Einstellmöglichkeiten haben es die meisten Hersteller geschafft, dass auch der Laie einen Router über einen Browser in Betrieb nehmen kann und er durch den Konfigurationsprozess mit Grafiken, Beschreibungen und Plausibilitäsprüfungen geführt wird.

Abschreckende Beispiele finden sich hingegen bei Telefonanlagen, Heizungssteuerungen, Türsprechsystemen, SAT-Receivern, aber leider auch bei einigen Hersteller der einleitend erwähnten Anlagen.

Ich habe mich gefragt, warum einige Produzenten immer noch eigene Steuerungen, Anzeigesysteme und unverständliche zeitfressende Bedienlogiken implementieren und damit ihre Kunden verärgern. Ist das so viel billiger in der Herstellung, dass dies einen deutlichen Kaufanreiz darstellt und das Risiko in Kauf genommen werden kann, dass der Käufer bei der nächsten Beschaffung zum Wettbewerb wechselt?

Ich glaube dies nicht.

  • Software: Mini-Webserver, wie beispielsweise Jibble, Real Time Kernel wie FreeRTOS oder Mini-Linuxe sind als OpenSource verfügbar und können auf einfacher Hardware installiert werden.
  • Hardware: Mikrocontrollersysteme, System-on-a-chip, Embedded Systeme
  • Schnittstellen: Chips “on board” für Ethernet, Bluetooth, USB, seriell, WLAN, PowerLAN (eine Bestromung ist meist sowieso notwendig)
  • Userinterface: Browserapplikation z.B. mit AJAX

Der Zugriff kann dann über ein Notebook oder Smartphone per Browser direkt an der Steuerung oder über das Heimnetzwerk erfolgen. Für den Hersteller könnte sich hierdurch der Vorteil ergeben, dass für verschiedene Produkte nur ein Steuerungstyp realisiert werden muss und die Webapplikation nur den jeweils veränderten Funktionen angepasst werden muss. PlugComputer, die irgendwo im Haus in eine Steckdose gesteckt werden, könnten helfen, verschiedene Systeme kostengünstig zu bündeln und ggf. sinnvoll zu vernetzen.

Ich bin davon überzeugt, dass wir hier in den nächsten Jahren deutliche Veränderungen bei der Bedienung von Haussystemen sehen werden.