Category: Organisation

Verwendung der Geldkarte

Ich hatte die Hoffnung, dass das Bezahlen von Klein(st)beträgen über die Geldkarte mir die Suche nach passenden Münzen in Deutschland ersparen würde und verhindern könnte, dass ein “Überzahlen” oder ein “überhaupt nicht zahlen können” stattfinden muss. Bei über 400.000 benannten Akzeptanzstellen sollte dies normalerweise möglich sein.

Leider scheint Theorie und Praxis inzwischen weit auseinanderzulaufen.

Wer nicht gerade Raucher ist und am Automaten den Altersnachweis über den Geldkartenchip erbringt, wird wahrscheinlich wenig Freude mit diesem Chip haben.

Es werden zwar eifrig über die Website zur Geldkarte die Einsatzbereiche beworben, allerdings sind inzwischen die genossenschaftlichen Banken aus dem Geldkarten-System ausgestiegen, an Parkautomaten wurden an vielen Stellen die Lesegeräte wieder entfernt (oder erst gar nicht montiert), die Briefmarkenautomaten der Post kommen nun ohne Geldkarten aus, ebenso verzichten viele Verkehrsverbünde auf die Geldkarte.

Die Hoffnung bei 400.000 Akzeptanzstellen zumindest in den meisten Fällen mit der Geldkarte und ohne Münzen weiterzukommen, hat sich leider nicht erfüllt und nach den Statistikzahlen sieht es auch nicht nach Besserung aus.

Update 07.07.18

Während bei den stationären Fahrkartenautomaten auf die Geldkartenfunktion inzwischen weitgehend verzichtet wird, habe ich nun bei Verkehrsverbünden wieder Automaten entdecken können. Allerdings nicht stationär an Bahnhöfen oder Haltestellen sondern in Form von Ticketautomaten im Fahrzeug. Das macht Sinn, da dort keine permanente Onlineverbindung zur Authentifizierung sichergestellt ist. Für die Geldkartenzahlung stellt dies wiederum kein Problem dar.

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Girokontowechsel

Unzufrieden mit den Konditionen des eigenen Girokontos oder den Leistungen?

Während sich viele bei Versicherungs-, Versorger- oder beim Mobilfunkproviderwechsel leicht tun, sieht es beim Wechsel der Bank offensichtlich schwieriger aus. Hier scheuen sich viele vor dem Aufwand der beim Wechsel entsteht. Ist der Aufwand wirklich hoch?

Klare Antwort: Nein!

Vor einigen Jahren war der Aufwand noch höher, weil Briefe erstellt und verschickt oder sogar Formulare zunächst angefordert, ausgefüllt und dann wieder verschickt werden mussten. Aber selbst zu dieser Zeit war die komplette Umstellung in einem Zeitraum von 1 bis 2 Monaten erledigt. Mit etwas Organisation konnte der erforderliche Schreibkram in ein paar Tagen durchgeführt werden.

Heute ist es noch viel einfacher. Einige Banken bieten einen Kontowechselservice an bei dem entweder ein Dienstleister oder die Bank selbst alle erforderlichen Schritte ausführt:

  • Vertrags- und Zahlungspartner werden über die neue Kontoverbindung informiert
  • Daueraufträge bei der bisherigen Bank werden gelöscht und neue eingerichtet
  • Der Banksaldo wird auf das neue Girokonto überwiesen und das bisherige Konto gekündigt

Hierbei wird nach Bereitstellung der Zugangsdaten direkt auf das bisherige Konto zugegriffen und die Transaktionen werden untersucht. Automatisch werden dann die Vertragspartner informiert oder es werden noch zusätzliche Daten angefordert (wenn nicht in den Datenbanken vorhanden). Es lassen sich oft auch manuell Daten bereitstellen und die Bank übernimmt dann die Information der Zahlungsempfänger. Teilweise wird mit einem Umstellungsaufwand von 10 Minuten geworben. Dies halte ich allerdings für etwas übertrieben.

Solltest Du Dich dazu entschließen, selbst die Zahlungspartner zu informieren, so sollte dies in 2-4 Stunden erledigt sein.

Folgendes Vorgehen hat sich hierbei bewährt:

  • Sichtung aller Transaktionen auf dem Kreditkartenkonto für einen Zeitraum von 13 Monaten. Sind Zahlungsvorgänge dabei, die durch hinterlegen der Kreditkartendaten ausgeführt wurden? Hierzu zählen Zahlungsdienstleister wie Paypal, Online-Shops, ÖPNV, Bahn, Stores für Smartphone-Apps… Über die jeweiligen Online-Portale konnten die neuen Kreditkartendaten direkt eingetragen werden.
  • Sichtung aller Transaktionen auf dem Girokonto für einen Zeitraum von 13 Monaten. Zu berücksichtigen sind Zahlungseingänge, Daueraufträge und Lastschriftmandate. In diesem Zeitrahmen sollten alle regelmäßigen Vorgänge mindesten einmal aufgetreten sein.
    • Bei regelmäßigen Zahlungseingängen sind die Absender zu informieren. Hier finden sich z.B. der Arbeitgeber oder Behörden. In welcher Form die Information erfolgen kann, hängt von der entsprechenden Stelle ab.
    • Daueraufträge müssen bei der bisherigen Bank gelöscht und bei der neuen Bank angelegt werden. Da alle Zahlungsdaten im Auftrag stehen, ist die Neuanlage schnell erledigt.
    • Lastschriftmandate dürften meist den größten Umstellungsaufwand darstellen.
      • Bei den meisten Versicherungen sind inzwischen die Daten über deren Portale änderbar und das auch dann, wenn hierfür kein Account angelegt wurde. Meist findet dann ein Abgleich der Versicherungsnummer mit den Daten zum Versicherungsnehmer statt (Plausibilitätsprüfung). Passt das zusammen, dann ist die Umstellung sofort unbürokratisch erledigt, schließlich wollen die Versicherungen den eigenen Aufwand möglichst niedrig halten. Lediglich bei einer kleineren Spezialversicherung war keine direkte Änderung über die Webseite möglich, aber eine formlose Mitteilung genügte dann auch.
      • Beim Rundfunkbeitrag ist die Änderung ähnlich unkompliziert wie bei den Versicherungen.
      • Auch beim Energieversorger (Strom, Wasser, Gas…) konnte über die Webseite die Änderung leicht selbst vorgenommen werden. In meinem Falle war das Finden der richtigen Stelle hierbei die größte Hürde.
      • Internet- und Mobilfunkanbieter lassen sich nach Eingabe der Zugangsdaten normalerweise problemlos über die jeweilige Internetsite informieren.
      • Unerwarteter Weise können beim ADAC mit den (hoffentlich bekannten) Zugangsdaten die Bankverbindung geändert werden, aber der ADAC möchte, dass dann noch ein Mandat heruntergeladen, unterschrieben und auf dem Postweg zurückgeschickt wird. Keine Ahnung, warum es bei den Versicherungen möglich ist ohne ein solches Dokument auszukommen, aber nicht beim ADAC.
      • Bei der Kfz Steuer ist inzwischen der Zoll zuständig. Hier musste ein Formular heruntergeladen, ausgefüllt und per Post geschickt werden.
      • Bei der Grundsteuer konnte die Stadt einfach per Brief informiert werden.
      • Der Webhoster konnte über die Website mit neuen Daten bestückt werden.
      • Der Verein konnte für die Mitgliedsbeiträge formlos per E-Mail informiert werden.
      • Abfallwirtschaft/Müllentsorgung wurde per Post informiert, allerdings erhielt ich anschließend noch ein vorausgefülltes Mandat, das unterschrieben und zurückgeschickt werden musste.
  • Prüfung, ob Bestätigungen der Firmen eingehen bzw. ob beim nächsten Zahlungslauf die neue Kontoverbindung genutzt wird.
  • Altes Konto kündigen/auflösen. Hier benötigen die meisten Banken ein Formular per Post. Je nach Bank müssen dann noch die bereitgestellten Karten entwertet zurückgegeben oder vernichtet werden.

In meinem Fall waren 24 Stellen zu informieren. Der Zeitaufwand lässt sich mit etwa 5 Stunden beziffern. Schade, dass an einigen Stellen die digitalen Möglichkeiten nicht genutzt werden können und umständlich Formulare/Briefe ausgefüllt und verschickt werden müssen.

Aber es spricht in der Praxis nichts gegen einen Wechsel des Kontos. Der Aufwand ist wirklich sehr überschaubar.

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Banken mit kreativem Gebührenmodell

Banken zeichnen sich in einer Niedrigzinsphase durch kreative Gebührenmodelle bei Ihren Privatkunden aus. So werden gerne Gebühren erhöht und neue Abgaben erhoben. Einige Beispiele:

  • EUR 15,00 Jahresgebühr für die Bankcard/ec-Karte/girocard
  • EUR 30,00 bis 40,00 Jahresgebühr für die Kreditkarte
  • EUR 45,60 Kontoführungsgebühr bei monatlich EUR 3,80 oder es werden pro Buchungsvorgang Gebühren erhoben
  • EUR 60,00 Zusatzbeitrag pro Kunde pro Jahr
  • Zinssätze entsprechend anpassen zur Verbesserung der Zinsmarge
  • Kreditkarteneinsatz im Ausland mit Auslandseinsatzentgelt von 1,5% bis 2% (im Nicht-Euro-Raum)
  • Bargeldabhebung werden mit EUR 5 pro Vorgang oder z.B. 1,75% bis 2,5% Aufschlag versehen

Bestimmt gibt es noch weitere Ideen, für was Gebühren erhoben werden können. Interessant wird es, wenn man die im Jahr anfallenden Kosten aufsummiert. Plötzlich sind das dann EUR 140,00 als fixe Kosten im Jahr. Bei Reisenden, die auch außerhalb des Euroraums unterwegs sind, kommen dann noch für Devisen und Karteneinsatz weitere Kosten hinzu.

Da stellt sich schon die Frage, ob die Kosten noch in Relation zur Leistung stehen oder/und ob einfach das Geschäftsmodell nicht mehr stimmig und zeitgemäß ist. Seit Jahren gibt es gute und günstige Finanzinstitute, die auch in einer Niedrigzinsphase zu attraktiven Kosten Privatkunden bedienen wollen und können.

Während sich viele bei Versicherungs-, Versorger- oder beim Mobilfunkproviderwechsel leicht tun, sieht es beim Wechsel der Bank offensichtlich schwieriger aus. Obwohl der Aufwand tatsächlich überschaubar ist. Hierzu folgt ein separater Beitrag.

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Planung und Termine, früher und heute

Bericht vom 02.11.2011

Wollte man sich vor mehr als 20 Jahren verabreden, so setzte dies eine gewisse Vorplanung voraus. Sobald das Haus oder die Firma verlassen wurde, half nur noch das Aufsuchen einer Telefonzelle, die Nutzung eines anderen Festnetzanschluss oder ein C-Netz-Telefon, um über Änderungen in der Planung zu informieren.

Hatte man eine Telefonzelle gesichtet, durfte man sich dann mit defekten Apparaten, fehlenden Münzen, Münzen, die immer wieder abgewiesen wurden oder Geräten, die auf Telefonkarten umgestellt waren, herumschlagen. C-Netz Telefone für die Mobilkommunikation wiederum waren teuer (Gerätepreis und Kommunikationskosten) und daher weniger stark verbreitet. Infos per SMS, IM, e-mail… mal schnell unterwegs versenden? Das gab es noch nicht.

Mit steigender Teilnehmerzahl und näherrückendem Termin, wurde es immer unwahrscheinlicher alle Teilnehmer noch rechtzeitig zu erwischen. Planung und Pünktlichkeit waren eine pure Notwendigkeit und Tugend.

Heute, im Zeitalter der permanenten Erreichbarkeit, der vielen mobilen Kommunikationswege scheint die Uhr immer weniger Bedeutung zu haben. Pünktlichkeit wird einer stärkeren Flexibilität geopfert, da schnell und sofort eine Planänderung durchführbar ist.

Bei Notfällen oder zur Information zu geringfügigigen/nicht absehbaren Verspätungen ist dies ein klarer Vorteil. Wenn allerdings der “Notfall” zum Regelfall wird, dann schafft man sich kaum Freunde, weil die Verlässlichkeit auf der Strecke bleibt und dies eine Missachtung der Anderen darstellt. Diese haben das Treffen fest eingeplant, andere Termine verlegt, Reiserouten geändert, um alles passend zu bekommen.

Die Generation, die bereits mit Mobiltelefonen/Smartphones, Social Networks aufgewachsen ist, ersetzt sehr oft eine vorausschauende Planung durch ad-hoc Entscheidungen. Der Vorteil liegt natürlich in der gelebten Spontanität. Dem steht allerdings auch gegenüber, dass

  • kaum gelernt wird, kurz- bis langfristig vorausschauend zu planen (ist ja nicht nötig…)
  • Wege, Zeit, Ressourcen selten gut optimiert werden oder aufgrund der Kurzfristigkeit sich für eine Optimierung überhaupt eignen würden
  • die Vorfreude nur von kurzer Dauer ist, also “die schönste Freude” nicht ausgekostet wird
  • ein Generationenkonflikt entstehen kann, wenn sich Menschen der Spontanitätsgruppe mit der Planungsgruppe treffen sollen

Die Technologien und Kommunikationsmöglichkeiten auf Kosten der Mitmenschen und zum eigenen “kurzfristigen Wohl” auszureizen, schafft mehr Konfliktpotential als Nutzen. Sie bei Bedarf nicht gezielt zu nutzen, heißt aber auch, Optionen ungenutzt zu lassen. Wie so oft, liegt das sinnvolle Optimum irgendwo in der Mitte. Mal weiter links, mal weiter rechts.

Brieftasche aus Metall

Über viele Jahre sammeln sich diverse Karten im Kreditkartenformat an: Kredit-, Tank-, Kunden-, ec-, Krankenkassen-Karten, Ausweis, Führerschein, Visitenkarten…

In der Vergangenheit habe ich diese in einer Brieftasche aus Leder oder dem Portemonnaie transportiert. Nachteilig hat sich hierbei erwiesen, dass die Abmessungen der Brieftasche speziell im Sommer keine Tasche an der Kleidung fand, die zur Aufnahme groß genug gewesen wäre. Das Portemonnaie wiederum beulte die Hosentaschen aus und hin und wieder wurden die Karten verbogen oder sogar geknickt. Insbesondere der Magnetstreifen litt unter diesen Bedingungen.

Durch Zufall bin ich dann auf die Brieftasche aus Aluminium in der Ausführung “Stockholm” gestossen. Laut Hersteller Ögon nimmt diese je nach Ausführung 10-12 Plastikkarten plus Bargeld auf. Dies kann ich bestätigen.

metallcase_offen

Ich habe die leichte Tasche dank der kompakten Abmessungen und dem robusten Gehäuse seit Jahren im Dauereinsatz. Das Gehäuse hat inzwischen ein paar kleine Beulen abbekommen, was der Funktion oder dem Verschlussmechanismus aber nicht geschadet hat. Vom Hersteller wird angegeben, dass das Metallgehäuse aufgrund der Wirkung als faradayscher Käfig gegen RF/ID- oder NFC-Lesung der in der Tasche befindlichen Karten abschirmen soll. Dies konnte ich in der Praxis bislang nicht testen, da mir keine Karten mit dieser Funktion vorliegen.

metallcase_geschlossen

Das Cardcase Stockholm ist für mich eine klare Kaufempfehlung. Ich möchte es nicht mehr missen.