Archive: Apr 2016

Informationsverknüpfung

Artikel vom 07.08.2010: Informationsverknüpfung bei Videotelefonie- und Telefoniediensten

Die Überlegungen des Artikels aus dem Jahr 2010 wurden in 2013 durch die Veröffentlichungen von Snowden und die Erkenntnisse über die Möglichkeiten von Big Data deutlich getoppt.


Schon einmal darüber nachgedacht, was durch eine Auswertung und Verknüpfung von Daten bei Videotelefonie- und Telefoniediensten, die über zentrale Server laufen, erreicht werden kann?

Die Nutzer sind namentlich bekannt und bei Verknüpfung mit Abrechnungsaccounts sind auch weitere Merkmale hinterlegt, wie Anschrift, e-Mail, Kreditkartendaten…

Wenn nun Gesprächspartner miteinander kommunizieren, ist davon auszugehen, dass die beiden in einer direkten Beziehung stehen und zwar nicht nur über eine lockere Verknüpfung, wie bei vielen Eintragungen der sozialen Netzwerke.

Da auch der Gesprächspartner in gleicherweise bekannt ist, stehen auch dessen Informationen zur Verfügung. Und bei Videotelefonie kommen noch Live-Bilder hinzu, also aktuelle Fotos des Nutzers und dessen Gesprächspartners.

Dann packen wir noch Ortsinformationen hinzu, die das Mobiltelefon ebenfalls abliefert und noch die Gesprächsinhalte, die mit einer Spracherkennung in Text umgewandelt und indiziert werden können – und schon stehen weit mehr und tiefergehende Profildaten und Beziehungsinformationen als in sozialen Netzen zur Verfügung:

Name, Anschrift, e-Mail, Bankverbindung, getätigte Einkäufe auf dem eigenen Portal (Interessen), aktuelles Nutzerfoto (nach dem auch dank Gesichtserkennung im Internet an anderer Stelle geforscht werden kann), mit wem und was spreche ich und wo halte ich mich auf und wann…

Telefon- und Videokonferenzen erweitern schließlich das Beziehungsgeflecht von 1:1 nach n:m. Die Teilnehmer zeigen gemeinsame Aktivitäten und stehen somit auch als Gruppe in einer Beziehung zueinander.

Alles nur Theorie ohne praktischen Hintergrund? Es gibt doch schließlich Datenschutzbestimmungen.

Wo haben die Anbieter Ihren Sitz? Wo stehen die Server? Welchen Richtlinien unterliegen diese und die gesammelten Daten? Was wird registriert? Wie sind die Verbindungen gesichert? Könnten nicht auch Dritte die Daten mitschneiden? Wirklich einmal intensiv die Bedingungen der Anbieter und die Systembeschreibungen (wenn überhaupt zugänglich) gelesen? Und Datenlecks sind ja auch noch nie aufgetreten ?

Smartphone: Elektronisches Universalwerkzeug?

Artikel vom 31.01.2011

Mechanische Universalwerkzeuge sind uns seit Jahren vertraut. Sie sind nicht optimiert und spezialisiert auf einen bestimmten Anwendungsfall. Dafür zeigen sie sich kompakt und multifunktional einsetzbar. Gibt es ein solches kompaktes multifunktionelles Universalwerkzeug auch für den elektronischen Bereich?

Es sieht so aus, als wäre das Smartphone (oder die etwas größere Schwester, das Tablet) auf dem besten Wege eine hohe Aufgabenvielfalt erfüllen zu können. Bereits jetzt ist es in vielen sehr unterschiedlichen Bereichen im Einsatz und es kommen immer weitere Anwendungsfälle hinzu:

  • Zeitmessung: Uhr, Wecker, Stoppuhr…
  • Ticketing: eParkticket, Ticket für öffentliche Verkehrsmittel, Flugticket, Eintrittskarte…
  • Bezahlsystem, (Um-)Buchungs- und Reservierungssystem
  • Identifikationsgerät: Ausweis, Zugangskontrolle, Türöffner, BDE…
  • Mobiler Internetbrowser
  • Fotoapparat, Videokamera
  • Diktiergerät, Taschenlampe, Notizzettel, Skizzenblock, Kalender
  • Messgerät: Wasserwaage, Kompass, GPS-Gerät, Schrittzähler, Bewegungserkenner
  • Musicplayer, Videoplayer, TV-Gerät, Fernsteuerung für Receiver, Steuerung von Heimanlagen (Multimedia)
  • Navigationsgerät, elektronische Karte/Stadtplan
  • Fremdsprachen-Übersetzer
  • Sprachsteuerungsgerät, Spracherkenner mit Textausgabefunktion (Speech Recognition), Sprachausgabe
  • Kommunikationssystem: Instant Messenger, SMS, Mobiltelefon, SIP-Telefon, Skype-Telefon, Twitter-Client, e-mail …
  • Augmented Reality: Stadtführer, Fernsteuerungen…
  • Fernwartungssystem, MIS, Datentransfer- und Anzeigegerät für Fotos, Videos, Texte…, Quellsystem für Videobeamer, UMTS-Modem, WLAN-Hotspot…
  • Textverarbeitungs-, Tabellenkalkulations-, Präsentationssystem
  • Ortsabhängige Dienste: Wettervorhersage, Verkehrsmeldungen, Auskunftssystem für Verspätungen,  Sonderangebote
  • Schlafoptimierer…
  • Strichcode/QR/2D-Code-Scanner zum Abruf von Zusatzinformationen, zur Dateneingabe, zum Preisvergleich…

Vulkanausbruch hilft bei der virtuellen Kommunikation

Bericht vom 23.04.2010

Fimmvorduhals second fissure 2010 04 02

Der Vulkanausbrauch des Eyjafjallajökull hatte aufgrund der dabei erzeugten Aschewolke Auswirkungen auf den Flugverkehr in Europa. Tagelang fallen sämtliche Flüge in weiten Teilen Europas aus und durch die immer wiederkehrenden Verlängerungen des Flug-Stopps läßt sich das Verkehrsmittel Flugzeit für Reiseplanungen nicht ernsthaft in Betracht ziehen. Selbst wenn die Anreise funktionieren würde, könnte dann die Rückreise problematisch werden.

Im Ergebnis hat sich eine Verschiebung von Flugzeug auf Zug, Bus, Auto und Fähre/Schiff ergeben. Gerade auf Inseln reduzieren sich die Optionen für eine Reise lediglich auf Fähre/Schiff. Für Mittelstrecken bietet sich das Auto und die öffentlichen Verkehrsmittel an, sofern eine Überlastung der Verkehrswege hier nicht zusätzliche Herausforderungen generiert. Während dies aber noch eine lösbare Aufgabe darstellt, sieht es bei Fernstrecken nach Übersee oder innerhalb von Europa wesentlich schwieriger aus. Hier ist der Land- oder Seeweg sehr zeitaufwendig stellt nur im Notfall eine zu berücksichtigende Möglichkeit dar, wenn dadurch beispielsweise ein “stranden” vermieden werden kann. Die Einschränkungen treffen alle gleichermaßen, egal ob es sich um Urlauber, Geschäftsleute, Präsidenten oder Könige handelt.

Im Geschäftsleben ist der persönliche Kontakt (insbesondere Kunden- und Geschäftspartnerkontakt) wichtig, allerdings sorgen die massiven Einschränkungen für eine Hochkonjunktur der virtuellen Kommunikationsformen. Rechnet man dann noch die kommerziellen, organisatorischen und zeitlichen Aufwände bei Flugreisen hinzu (Buchung, Anreise zum Flughafen, Parkplatzsuche, Parken, Wegstrecken im Flughafen, Einchecken, Sicherheitskontrollen, Pufferzeiten vor dem Boarding, Flug, Wegstrecken am Zielflughafen, Mietwagen, Mietwagenübernahme, Fahrtzeit zum Ziel… und das ganze dann noch einmal für den Rückweg), dann stellt sich schnell die Frage nach praktikablen Alternativen für jene Fälle, in denen eine persönliche Anwesenheit nicht zwingend erforderlich ist.

  • Telefon- und Videokonferenzen erleben ein Hoch
  • Skype für Telefonie und Videotelefonie
  • E-mail
  • Instant Messaging
  • Web-Conferencing
  • Web-Collaboration
  • Intranetsysteme für firmeninterne Kommunikation (Projekttools, Web-Conferencing, IM intern,…)

Update 14-05-2010: Inzwischen scheint es nicht nach einer einmaligen Ausnahme auszusehen. Immer wieder kommt es zu Einschränkungen im Flugverkehr. Zwar bisher nicht mehr auf ganz Europa bezogen, aber mit deutlichen Unsicherheiten für das Verkehrsmittel Flugzeug: Komme ich in den Urlaub? Gelange ich in vertretbarer Zeit wieder zurück? Werde ich den Geschäftstermin erreichen oder muss ich kurzfristig am Vortag mir einen anderen (beschwerlicheren) Weg suchen, wenn die Reisedistanz dies überhaupt erlaubt?

Telekom DSL Entertain

Update vom 29.10.2016

In den Folgejahren hat sich der Zugang als durchaus stabil erwiesen. Allerdings hat sich die Bandbreite von 16Mbps im Downlink und 1Mbps im Uplink als kritisch gezeigt. Sowohl im Downlink wird es eng, wenn HD-TV bereits ca. 10Mbps benötigt, dann kommt es bei zusätzlichem Streaming (TV, Video, Audio), Gaming oder Kopieraktionen schnell zu Hängern oder Bildstörungen in der TV Übertragung. Im Uplink sieht es noch ungünstiger aus. Arbeit und Übertragung in die Cloud, VPN-Zugänge mit Remote-Darstellungen oder IP-Telefonie, das ist damit keine Freude.

Ich war froh, dass mir dann nicht noch die anstehende Umstellung von ISDN auf IP aufgezwungen wurde. Seit Oktober 2016 ist nun VDSL verfügbar und somit kann nun das Bandbreitenproblem gelöst werden. Über die Umstellung werde ich berichten.


Bericht vom 22.02.2011

Seit 2009 nutze ich das T-Home Entertain Comfort Universal Paket (DSL16plus) mit einem MediaReceiver MR300A.
Der Anschluss war damals schnell geschaltet, allerdings war eine große Zahl von Komponenten miteinander zu verkabeln (1.TAE, DSL-Splitter, NTBA, Router, Rangierfelder, TAE-Dosen, Receiver, Telefone…). Ich hatte mir aufgrund unterschiedlichster Bauformen der Dosen und Kästen ein Brett gerichtet und diese darauf montiert.

Während der Anfang mit Entertain problemlos verlief, stellten sich bei mir nach etwa einem Jahr Schwierigkeiten ein. Insbesondere beim Wechsel des TV-Kanals blieb das Bild zunächst hängen und es verging bis zu einer Minute bis das Programm fortgesetzt wurde. Auch Hänger im laufenden Programm zeigten sich ab und zu. Schließlich hatte ich dann noch drei Monate später, kurz vor Weihnachten, den Ausfall des MediaReceivers zu verzeichnen (LED flackert, Netzteil klackt nur noch, Receiver fährt nicht mehr hoch).

Mein Händler ruft bei der Hotline an und wird telefonisch durch eine Checkliste geführt. Ergebnis: Der Receiver ist defekt. Ein Ersatzgerät soll verschickt werden, sobald bei der Telekom wieder Austausch-Geräte zur Verfügung stehen. Das zieht sich dann allerdings noch bis zum 12.01. hin. Das Ersatzgerät erweist sich ebenfalls als defekt (bootet unmotiviert, Festplatte rattert, bleibt komplett hängen, um nach ein paar Minuten wieder zu booten). Um auszuschließen, dass der Anschluss Schwierigkeiten bereitet, besorge ich mir über meinen Händler kurzfristig einen Leih-Receiver, der sofort eine stabile Verbindung herstellt (die Kanalumschaltung ist allerdings nach wie vor immer wieder träge).

Den Defekt des Ersatzreceiver melde ich dem versendenden Servicecenter “DeTe Technischer Service” in Hannover schriftlich per Fax mit der Bitte um schnellen Tausch, da ich seit Wochen das Entertain TV Paket nicht nutzen kann. Das war am 13.01., Ergebnis: Keinerlei Reaktion.

Am 21.01. habe ich über die 01805-1990 die Hotline angerufen.

Zunächst hatte ich eine Speedport-Mann an der Strippe, der mich aber sofort mit einem für Entertain zuständigen Kollegen verbunden hat. Erste Feststellung war, dass in meinem Versorgungsgebiet aus Kapazitätsgründen die Verkabelungsstruktur auf eine Sternstruktur umgestellt wurde, allerdings die Software in der Vermittlungsstelle/Verteilern für meinen Anschluss nicht aktualisiert wurde (!!!). Das hat er dann binnen 3 Minuten nachgeholt und mit mir vereinbart, dass er mich um 18.00 Uhr anruft, wenn ich wieder Zuhause bin und mit ihm zusammen einige zusätzliche Prüfungen durchführen kann.

Zuhause durfte ich eine sofortige Verbesserung mit dem Leih-Receiver meines Händlers feststellen. Keinerlei Hänger mehr bei der Umschaltung zwischen den Programmen! Wenn also ein Kunde ein ähnliches Phänomen haben sollte, kann sich der Anruf bei der Hotline rentieren…

Der Rückruf erfolgte pünktlich.

Alle relevanten Einstellungen wurden gemeinsam durchgegangen. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Aktivierung der IPTV-Unterstützung auf Routerseite (war eingestellt). Nach mehreren unmotivierten Bootvorgängen war klar: Der Receiver ist defekt.

Es wird mir zugesagt, dass sofort ein Receiver an mich rausgeht; Vermerk: Ersatz von Ersatz. Drei Tage später ist der Ersatz-Ersatzreceiver da – und funktioniert inkl. der inzwischen schnellen Programmumschaltung! Allerdings gibt es nach wie vor immer mal wieder Hänger im laufenden TV-Betrieb. Eine Auffälligkeit zeigt sich bei meinem Router, der AVM Fritz!Box 7170 unter Erweiterten Einstellungen/Internet/DSL-Informationen:  COE, Forward Error Correction zeigt sehr hohe und ständig steigende Fehlerwerte, d.h. permanente Korrekturen von Übertragungsfehlern auf den ADSL-Komponenten in der Vermittlungsstelle (COE=Central Office Equipment). Sicherlich gibt es bei dieser Menge an Fehlerkorrekturen auch eine größere Zahl von Daten die nicht mehr korrigiert werden können und wiederholt werden müssen. Mitunter finden sich in den Logs auch kurzzeitige Verbindungsabbrüche zur Vermittlungsstelle.

In den nächsten beiden Tagen sinken die Fehlerwerte auf 0 und die Verbindungsabbrüche tauchen auch nicht mehr in den Logs auf.

Einige Tage später erhalte ich dann noch eine Zufriedensheitsumfrage per Telefon im Auftrag der Telekom. Die freundliche Dame kann nur zum letzten Serviceanruf Eintragungen vornehmen. Diesen kann ich sicherlich sehr positiv beurteilen (Danke Herr S.!), allerdings bleibt das ganze Ungemach, das zuvor abgelaufen ist, unnotiert.

Fazit: Die Problembehandlung durch die Hotline war gut bis sehr gut. Vom Servicecenter in Hannover hätte man sicherlich erwarten können, das zumindest eine Rückmeldung erfolgt und sei es nur, um mitzuteilen, dass man sich für die neuerlichen Schwierigkeiten entschuldigt und den Vorgang zur Bearbeitung an XY weitergeleitet hat. Warum trotz Möglichkeit zur zentralen Prüfung und Messung der Anschlüsse keine präventive Störungsbeseitigung vorgenommen wird und notwendige Softwareupdates, die die Hotline Remote durchführen konnte, nicht erfolgen, erschließt sich mir nicht. Selbst mit den bescheidenen Mitteln, die das Interface des Routers ermitteln kann, war zu ersehen, dass es Probleme auf dem Übertragungsweg gibt. Selbst bei einer zyklischen Auswertung in der Vermittlungsstelle hätte dies in einem Zeitraum von Monaten auffallen müssen. Das ist der beste Weg, Kunden zu verärgern oder gar zu verlieren, denn für den Kunden stellt sich das dann so dar, dass

  • er monatelang ein sporadisch gestörtes TV/Video hatte (sporadische Probleme sind schwer einzugrenzen),
  • bei Hardwareausfall 1 Monat verging, bis wieder ein funktionierender Receiver Zuhause stand, während gleichzeitig der Monatsbeitrag weiter fällig war
  • Die Gewährleistungs- und Ersatzgeräteabwicklung sehr holprig ablief
  • die Zufriedenheitsumfragen per Telefon durch die Wahl der Fragen nicht zum Kern des Problems vordringen und dass dies evtl. auch gar nicht erwünscht sein mag…

 

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VDSL Werbung

Bericht vom 22.02.2011

Wie schön, dass man immer mal wieder mit einer Postwurfsendung mit Werbung für VDSL bedacht wird. Wenn der Flyer dann auch noch den Hinweis erhält, dass VDSL im eigenen Bereich jetzt verfügbar wäre, dann sollte der Empfänger davon ausgehen können, dass diese Werbebotschaft ernst gemeint ist.

Eine Abfrage zur Verfügbarkeit von VDSL ergibt, dass VDSL nicht verfügbar ist. Auch einige Wochen nach Erhalt der Wurfsendung, also mit ausreichender Zeit zur Aktualisierung der Datenbestände, wird nach wie vor VDSL als nicht beziehbar ausgewiesen.

Schaut man auf den Seiten der Post nach, so findet sich folgender Text: “Die Deutsche Post liefert Ihre Postwurfsendungen vom einzelnen Ortsteil bis in das ganze Bundesgebiet aus.” Die kleinste Größe ist somit ein Ortsteil. Welchen Sinn macht es nun aber, Werbung mit dem klaren Hinweis, dass jetzt und hier VDSL zur Verfügung steht, als Wurfsendung zu verteilen, wenn dies nur für einige wenige Straßenzüge des Verteilungsgebiets zutrifft? Wer kommt denn auf die glorreiche Idee, hierfür ausgerechnet eine Wurfsendung als Verteilungsform zu verwenden und damit die Empfänger an der Nase herumzuführen?

Update vom 02.04.2016
Leider zeigt die Verfügbarkeit für VDSL auch nach weiteren 5 Jahren keine Änderung. Aber inzwischen tut sich etwas im Landkreis. Mal sehen, was hierbei an Uplink- und Downlink-Geschwindigkeit in nächster Zeit realisiert wird.

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Planung und Termine, früher und heute

Bericht vom 02.11.2011

Wollte man sich vor mehr als 20 Jahren verabreden, so setzte dies eine gewisse Vorplanung voraus. Sobald das Haus oder die Firma verlassen wurde, half nur noch das Aufsuchen einer Telefonzelle, die Nutzung eines anderen Festnetzanschluss oder ein C-Netz-Telefon, um über Änderungen in der Planung zu informieren.

Hatte man eine Telefonzelle gesichtet, durfte man sich dann mit defekten Apparaten, fehlenden Münzen, Münzen, die immer wieder abgewiesen wurden oder Geräten, die auf Telefonkarten umgestellt waren, herumschlagen. C-Netz Telefone für die Mobilkommunikation wiederum waren teuer (Gerätepreis und Kommunikationskosten) und daher weniger stark verbreitet. Infos per SMS, IM, e-mail… mal schnell unterwegs versenden? Das gab es noch nicht.

Mit steigender Teilnehmerzahl und näherrückendem Termin, wurde es immer unwahrscheinlicher alle Teilnehmer noch rechtzeitig zu erwischen. Planung und Pünktlichkeit waren eine pure Notwendigkeit und Tugend.

Heute, im Zeitalter der permanenten Erreichbarkeit, der vielen mobilen Kommunikationswege scheint die Uhr immer weniger Bedeutung zu haben. Pünktlichkeit wird einer stärkeren Flexibilität geopfert, da schnell und sofort eine Planänderung durchführbar ist.

Bei Notfällen oder zur Information zu geringfügigigen/nicht absehbaren Verspätungen ist dies ein klarer Vorteil. Wenn allerdings der “Notfall” zum Regelfall wird, dann schafft man sich kaum Freunde, weil die Verlässlichkeit auf der Strecke bleibt und dies eine Missachtung der Anderen darstellt. Diese haben das Treffen fest eingeplant, andere Termine verlegt, Reiserouten geändert, um alles passend zu bekommen.

Die Generation, die bereits mit Mobiltelefonen/Smartphones, Social Networks aufgewachsen ist, ersetzt sehr oft eine vorausschauende Planung durch ad-hoc Entscheidungen. Der Vorteil liegt natürlich in der gelebten Spontanität. Dem steht allerdings auch gegenüber, dass

  • kaum gelernt wird, kurz- bis langfristig vorausschauend zu planen (ist ja nicht nötig…)
  • Wege, Zeit, Ressourcen selten gut optimiert werden oder aufgrund der Kurzfristigkeit sich für eine Optimierung überhaupt eignen würden
  • die Vorfreude nur von kurzer Dauer ist, also “die schönste Freude” nicht ausgekostet wird
  • ein Generationenkonflikt entstehen kann, wenn sich Menschen der Spontanitätsgruppe mit der Planungsgruppe treffen sollen

Die Technologien und Kommunikationsmöglichkeiten auf Kosten der Mitmenschen und zum eigenen “kurzfristigen Wohl” auszureizen, schafft mehr Konfliktpotential als Nutzen. Sie bei Bedarf nicht gezielt zu nutzen, heißt aber auch, Optionen ungenutzt zu lassen. Wie so oft, liegt das sinnvolle Optimum irgendwo in der Mitte. Mal weiter links, mal weiter rechts.

Optimierte Anfahrtskizzen

Beitrag vom 12.12.2010

Werbeprospekte können ein Quell’ der Freude sein, insbesondere wenn neben den beworbenen Produkten noch zusätzliche wertvolle Informationen verzeichnet sind.

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Wir erkennen, dass wir ganz leicht den Weg zur beworbenen Firma finden können. Das schauen wir uns gleich noch etwas genauer an…

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Nach dieser Skizze ist das Ziel ja einfach zu finden. Oder doch nicht? Wurden hier etwa Ziffern und Buchstaben vor dem Druck noch entfernt?
Eine deutlich bessere Darstellung findet sich in aktuelleren Versionen des Werbeprospekts…

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Wetterkapriolen?

Beitrag vom 05.12.2010

Wir wissen seit einiger Zeit, dass die Wettervorhersagen insbesondere für zurückliegende Zeiträume an Präzision zunehmen. Wahrscheinlich sorgt der Klimawandel dafür, dass selbst der aktuelle Witterungszustandsbericht wahre Wetterkapriolen aufweist.

Hier ein Beispiel auf dem iPhone mit der Navigon Software. Im Spätsommer wurde bei einer Außentemperatur von 17°C Nassschneefall gemeldet. Nun, ich wurde wirklich nass, empfand aber den Regen als durchaus warm…

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Ein weiteres Beispiel lieferte auf dem iPhone WeatherPro. Bei einer Temperatur von -4°C soll die gefühlte Temperatur 17°C betragen haben, wohlgemerkt plus 17°C…

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