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Foscam FI9900P Ersteinrichtung

Die Foscam FI9900P ist eine HD IP-Kamera, die für den Einsatz im Außenbereich optimiert wurde. Die Beschreibungen zum Einrichten der Kamera und die beigefügte CD mit Tools lassen allerdings sowohl qualitativ als auch inhaltlich Raum für Optimierungen.

Schaut man sich die ausschließlich in englisch beigefügte Kurzanleitung an, wird ersichtlich, dass Foscam zunächst die Montage der Kamera beschreibt und anschließend die beiden Anbindungsmöglichkeiten über LAN (wired) und WLAN (wireless) darstellt. Die Reihenfolge finde ich etwas seltsam, denn aus praktischer Überlegung würde ich die Kamera erst montieren, wenn ich bereits weiß, dass die Kamera funktioniert und ich im Netzwerk auf die Kamera erfolgreich zugreifen kann. Die Einrichtung ist sicherlich einfacher, wenn ich alle Komponenten noch im direkten Zugriff habe. Auf jeden Fall würde ich aber für den Außeneinsatz die Antenne aufschrauben, um bei WLAN-Betrieb optimale Empfangsbedingungen zur Verfügung zu haben und den Antennenconnector zu schützen.

Für die initiale Einrichtung geht der Hersteller davon aus, dass sich der Nutzer die iOS oder Android-App aus dem jeweiligen Store auf das Smartphone herunterlädt und über WLAN die Verbindung zur Kamera herstellt. Ich konnte mich für diese Vorgehensweise nicht begeistern:

  • Die App von Foscam ist Stand 05.03.2016 im Google Play Store mit 2,1 von 5 Punkten nicht gerade positiv bewertet und Nutzer berichten von sehr großen Schwierigkeiten.
  • Darüber hinaus erfordert der cloudlbasierte Zugriff über die App eine Registrierung. Anschließend ist dann zwar die Kamera auch ausserhalb des eigenen Netzwerkes erreichbar, aber ich muss darauf hoffen, dass die Zugangsdaten nur für den eigenen Zugang verwendet werden, der Dienst immer erreichbar ist und die Daten nicht in falsche Hände gelangen. Letzter Fall ist ja in der Vergangenheit auch schon durch Nachlässigkeiten oder Sicherheitslücken bei anderen Diensten passiert.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Update der Firmware zum Lieferzeitpunkt verfügbar ist, ist groß. Hier empfiehlt der Hersteller allerdings die Einspielung via LAN. Also sollte sowieso erst einmal ein LAN-Kabel angeschlossen werden.

Ich habe mich dazu entschlossen, die Kamera per Ethernetkabel ins LAN anzuschließen und dann zu bestromen. Wichtig ist hierbei, dass im Netzwerk die Kamera über einen DHCP-Server eine IP-Adresse zugewiesen bekommen kann. Diese Variante ist zwar nicht in der Kurzanleitung, aber wiederum im Handbuch auf der CD aufgeführt, aber leider hat bei mir unter Windows 10 das auf der CD beigefügte “Search Tool” keine Kamera mit dazugehöriger IP-Adresse finden können! Zwischendurch war mal kurzzeitig die Kamera im Tool zu sehen, aber darauf würde ich mich nicht verlassen. Das ist schade, vielleicht klappt es später einmal stabil mit einer neueren Version in Kombination mit WIN 10.

fi9900p_1

Was aber sicherlich funktioniert, wenn DHCP läuft, ist der Fall, dass die Kamera nach kurzer Zeit in der Geräteliste auf dem Server/Router als neues Gerät auftaucht. Auf der FritzBox war im Menü Heimnetz/Netzwerk bei mir ein neuer Eintrag zu sehen, der allerdings keinen Bezeichner aufwies, der für die Identifikation der Kamera hätte helfen können. Wird die Kamera an einen der Anschlüsse der FritzBox angeschlossen, dann lässt sich aber über die Anschlussbezeichnung (LAN 1, LAN 2…) der Eintrag schnell finden.

foscam_sreen

Jetzt ist ein Zugriff über den Browser auf die Kamera möglich. Aber Achtung, auch hier gibt es derzeit Einschränkungen, weil Foscam ein Plugin nutzt, dass weder auf dem Chrome- noch auf dem Edge-Browser läuft. Das Problem gibt es auch für Mobilgeräte. Internet-Explorer und Firefox funktionieren hingegen. Nach Start des Firefox oder IE ist die zuvor gefundene IP-Adresse (hier als xxx.xxx.xxx.xxx dargestellt) entweder in der Form:

  • http://xxx.xxx.xxx.xxx:88 oder
  • https://xxx.xxx.xxx.xxx

einzugeben. Bei der ersten Variante wird der Standardport 88 genutzt, bei der Variante mit Verschlüsselung (SSL) wird bei vielen Browsern noch nach Bestätigung des Zertifikats verlangt, was im internen Netz auch getan werden kann. Jetzt wird noch vom Browser um Freigabe für das Plugin gebeten, dann ist eine Anmeldung an der Kamera möglich.

Die Anmeldung erfolgt mit Username “admin” und ohne Password. Anschließend wirst Du aufgefordert neue Zugangsdaten zu vergeben. Dies solltest Du auf jeden Fall tun, um den Zugang zur Kamera zu schützen.

Empfehlenswert ist noch ein Update der Firmware bevor in die weitere Konfiguration eingestiegen wird. Das Menü ist über System/System Upgrade erreichbar. Nach Download, entpacken der Dateien und einspielen des Updates über Browse und System Upgrade ist der Vorgang beendet. Die Beschreibung des Upgradevorgangs ist in einem beigefügten Dokument im Download beschrieben. Bei meinem Update waren beispielsweise zwei Dateien einzuspielen.

Über den Setup Wizard lässt sich die Basiskonfiguration mit Kamerabenennung, Zeitserver-Einstellung für die Zeitsynchronisation, WLAN-Konfiguration (falls gewünscht) und die Settings für die IP-Einstellungen (DHCP oder statisch).

Nun ist die Kamera grundsätzlich betriebsbereit. Soll sie nun über WLAN betrieben werden, so ist das Ethernet-Kabel abzuziehen.

Weitere Informationen zur erweiterten Konfiguration, empfehlenswerten Applikationen, Montage u.a. werden in separaten Artikeln folgen.

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