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Girokontowechsel

Unzufrieden mit den Konditionen des eigenen Girokontos oder den Leistungen?

Während sich viele bei Versicherungs-, Versorger- oder beim Mobilfunkproviderwechsel leicht tun, sieht es beim Wechsel der Bank offensichtlich schwieriger aus. Hier scheuen sich viele vor dem Aufwand der beim Wechsel entsteht. Ist der Aufwand wirklich hoch?

Klare Antwort: Nein!

Vor einigen Jahren war der Aufwand noch höher, weil Briefe erstellt und verschickt oder sogar Formulare zunächst angefordert, ausgefüllt und dann wieder verschickt werden mussten. Aber selbst zu dieser Zeit war die komplette Umstellung in einem Zeitraum von 1 bis 2 Monaten erledigt. Mit etwas Organisation konnte der erforderliche Schreibkram in ein paar Tagen durchgeführt werden.

Heute ist es noch viel einfacher. Einige Banken bieten einen Kontowechselservice an bei dem entweder ein Dienstleister oder die Bank selbst alle erforderlichen Schritte ausführt:

  • Vertrags- und Zahlungspartner werden über die neue Kontoverbindung informiert
  • Daueraufträge bei der bisherigen Bank werden gelöscht und neue eingerichtet
  • Der Banksaldo wird auf das neue Girokonto überwiesen und das bisherige Konto gekündigt

Hierbei wird nach Bereitstellung der Zugangsdaten direkt auf das bisherige Konto zugegriffen und die Transaktionen werden untersucht. Automatisch werden dann die Vertragspartner informiert oder es werden noch zusätzliche Daten angefordert (wenn nicht in den Datenbanken vorhanden). Es lassen sich oft auch manuell Daten bereitstellen und die Bank übernimmt dann die Information der Zahlungsempfänger. Teilweise wird mit einem Umstellungsaufwand von 10 Minuten geworben. Dies halte ich allerdings für etwas übertrieben.

Solltest Du Dich dazu entschließen, selbst die Zahlungspartner zu informieren, so sollte dies in 2-4 Stunden erledigt sein.

Folgendes Vorgehen hat sich hierbei bewährt:

  • Sichtung aller Transaktionen auf dem Kreditkartenkonto für einen Zeitraum von 13 Monaten. Sind Zahlungsvorgänge dabei, die durch hinterlegen der Kreditkartendaten ausgeführt wurden? Hierzu zählen Zahlungsdienstleister wie Paypal, Online-Shops, ÖPNV, Bahn, Stores für Smartphone-Apps… Über die jeweiligen Online-Portale konnten die neuen Kreditkartendaten direkt eingetragen werden.
  • Sichtung aller Transaktionen auf dem Girokonto für einen Zeitraum von 13 Monaten. Zu berücksichtigen sind Zahlungseingänge, Daueraufträge und Lastschriftmandate. In diesem Zeitrahmen sollten alle regelmäßigen Vorgänge mindesten einmal aufgetreten sein.
    • Bei regelmäßigen Zahlungseingängen sind die Absender zu informieren. Hier finden sich z.B. der Arbeitgeber oder Behörden. In welcher Form die Information erfolgen kann, hängt von der entsprechenden Stelle ab.
    • Daueraufträge müssen bei der bisherigen Bank gelöscht und bei der neuen Bank angelegt werden. Da alle Zahlungsdaten im Auftrag stehen, ist die Neuanlage schnell erledigt.
    • Lastschriftmandate dürften meist den größten Umstellungsaufwand darstellen.
      • Bei den meisten Versicherungen sind inzwischen die Daten über deren Portale änderbar und das auch dann, wenn hierfür kein Account angelegt wurde. Meist findet dann ein Abgleich der Versicherungsnummer mit den Daten zum Versicherungsnehmer statt (Plausibilitätsprüfung). Passt das zusammen, dann ist die Umstellung sofort unbürokratisch erledigt, schließlich wollen die Versicherungen den eigenen Aufwand möglichst niedrig halten. Lediglich bei einer kleineren Spezialversicherung war keine direkte Änderung über die Webseite möglich, aber eine formlose Mitteilung genügte dann auch.
      • Beim Rundfunkbeitrag ist die Änderung ähnlich unkompliziert wie bei den Versicherungen.
      • Auch beim Energieversorger (Strom, Wasser, Gas…) konnte über die Webseite die Änderung leicht selbst vorgenommen werden. In meinem Falle war das Finden der richtigen Stelle hierbei die größte Hürde.
      • Internet- und Mobilfunkanbieter lassen sich nach Eingabe der Zugangsdaten normalerweise problemlos über die jeweilige Internetsite informieren.
      • Unerwarteter Weise können beim ADAC mit den (hoffentlich bekannten) Zugangsdaten die Bankverbindung geändert werden, aber der ADAC möchte, dass dann noch ein Mandat heruntergeladen, unterschrieben und auf dem Postweg zurückgeschickt wird. Keine Ahnung, warum es bei den Versicherungen möglich ist ohne ein solches Dokument auszukommen, aber nicht beim ADAC.
      • Bei der Kfz Steuer ist inzwischen der Zoll zuständig. Hier musste ein Formular heruntergeladen, ausgefüllt und per Post geschickt werden.
      • Bei der Grundsteuer konnte die Stadt einfach per Brief informiert werden.
      • Der Webhoster konnte über die Website mit neuen Daten bestückt werden.
      • Der Verein konnte für die Mitgliedsbeiträge formlos per E-Mail informiert werden.
      • Abfallwirtschaft/Müllentsorgung wurde per Post informiert, allerdings erhielt ich anschließend noch ein vorausgefülltes Mandat, das unterschrieben und zurückgeschickt werden musste.
  • Prüfung, ob Bestätigungen der Firmen eingehen bzw. ob beim nächsten Zahlungslauf die neue Kontoverbindung genutzt wird.
  • Altes Konto kündigen/auflösen. Hier benötigen die meisten Banken ein Formular per Post. Je nach Bank müssen dann noch die bereitgestellten Karten entwertet zurückgegeben oder vernichtet werden.

In meinem Fall waren 24 Stellen zu informieren. Der Zeitaufwand lässt sich mit etwa 5 Stunden beziffern. Schade, dass an einigen Stellen die digitalen Möglichkeiten nicht genutzt werden können und umständlich Formulare/Briefe ausgefüllt und verschickt werden müssen.

Aber es spricht in der Praxis nichts gegen einen Wechsel des Kontos. Der Aufwand ist wirklich sehr überschaubar.

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