Tag: Kommunikation

Informationsverknüpfung

Artikel vom 07.08.2010: Informationsverknüpfung bei Videotelefonie- und Telefoniediensten

Die Überlegungen des Artikels aus dem Jahr 2010 wurden in 2013 durch die Veröffentlichungen von Snowden und die Erkenntnisse über die Möglichkeiten von Big Data deutlich getoppt.


Schon einmal darüber nachgedacht, was durch eine Auswertung und Verknüpfung von Daten bei Videotelefonie- und Telefoniediensten, die über zentrale Server laufen, erreicht werden kann?

Die Nutzer sind namentlich bekannt und bei Verknüpfung mit Abrechnungsaccounts sind auch weitere Merkmale hinterlegt, wie Anschrift, e-Mail, Kreditkartendaten…

Wenn nun Gesprächspartner miteinander kommunizieren, ist davon auszugehen, dass die beiden in einer direkten Beziehung stehen und zwar nicht nur über eine lockere Verknüpfung, wie bei vielen Eintragungen der sozialen Netzwerke.

Da auch der Gesprächspartner in gleicherweise bekannt ist, stehen auch dessen Informationen zur Verfügung. Und bei Videotelefonie kommen noch Live-Bilder hinzu, also aktuelle Fotos des Nutzers und dessen Gesprächspartners.

Dann packen wir noch Ortsinformationen hinzu, die das Mobiltelefon ebenfalls abliefert und noch die Gesprächsinhalte, die mit einer Spracherkennung in Text umgewandelt und indiziert werden können – und schon stehen weit mehr und tiefergehende Profildaten und Beziehungsinformationen als in sozialen Netzen zur Verfügung:

Name, Anschrift, e-Mail, Bankverbindung, getätigte Einkäufe auf dem eigenen Portal (Interessen), aktuelles Nutzerfoto (nach dem auch dank Gesichtserkennung im Internet an anderer Stelle geforscht werden kann), mit wem und was spreche ich und wo halte ich mich auf und wann…

Telefon- und Videokonferenzen erweitern schließlich das Beziehungsgeflecht von 1:1 nach n:m. Die Teilnehmer zeigen gemeinsame Aktivitäten und stehen somit auch als Gruppe in einer Beziehung zueinander.

Alles nur Theorie ohne praktischen Hintergrund? Es gibt doch schließlich Datenschutzbestimmungen.

Wo haben die Anbieter Ihren Sitz? Wo stehen die Server? Welchen Richtlinien unterliegen diese und die gesammelten Daten? Was wird registriert? Wie sind die Verbindungen gesichert? Könnten nicht auch Dritte die Daten mitschneiden? Wirklich einmal intensiv die Bedingungen der Anbieter und die Systembeschreibungen (wenn überhaupt zugänglich) gelesen? Und Datenlecks sind ja auch noch nie aufgetreten ?

Vulkanausbruch hilft bei der virtuellen Kommunikation

Bericht vom 23.04.2010

Fimmvorduhals second fissure 2010 04 02

Der Vulkanausbrauch des Eyjafjallajökull hatte aufgrund der dabei erzeugten Aschewolke Auswirkungen auf den Flugverkehr in Europa. Tagelang fallen sämtliche Flüge in weiten Teilen Europas aus und durch die immer wiederkehrenden Verlängerungen des Flug-Stopps läßt sich das Verkehrsmittel Flugzeit für Reiseplanungen nicht ernsthaft in Betracht ziehen. Selbst wenn die Anreise funktionieren würde, könnte dann die Rückreise problematisch werden.

Im Ergebnis hat sich eine Verschiebung von Flugzeug auf Zug, Bus, Auto und Fähre/Schiff ergeben. Gerade auf Inseln reduzieren sich die Optionen für eine Reise lediglich auf Fähre/Schiff. Für Mittelstrecken bietet sich das Auto und die öffentlichen Verkehrsmittel an, sofern eine Überlastung der Verkehrswege hier nicht zusätzliche Herausforderungen generiert. Während dies aber noch eine lösbare Aufgabe darstellt, sieht es bei Fernstrecken nach Übersee oder innerhalb von Europa wesentlich schwieriger aus. Hier ist der Land- oder Seeweg sehr zeitaufwendig stellt nur im Notfall eine zu berücksichtigende Möglichkeit dar, wenn dadurch beispielsweise ein “stranden” vermieden werden kann. Die Einschränkungen treffen alle gleichermaßen, egal ob es sich um Urlauber, Geschäftsleute, Präsidenten oder Könige handelt.

Im Geschäftsleben ist der persönliche Kontakt (insbesondere Kunden- und Geschäftspartnerkontakt) wichtig, allerdings sorgen die massiven Einschränkungen für eine Hochkonjunktur der virtuellen Kommunikationsformen. Rechnet man dann noch die kommerziellen, organisatorischen und zeitlichen Aufwände bei Flugreisen hinzu (Buchung, Anreise zum Flughafen, Parkplatzsuche, Parken, Wegstrecken im Flughafen, Einchecken, Sicherheitskontrollen, Pufferzeiten vor dem Boarding, Flug, Wegstrecken am Zielflughafen, Mietwagen, Mietwagenübernahme, Fahrtzeit zum Ziel… und das ganze dann noch einmal für den Rückweg), dann stellt sich schnell die Frage nach praktikablen Alternativen für jene Fälle, in denen eine persönliche Anwesenheit nicht zwingend erforderlich ist.

  • Telefon- und Videokonferenzen erleben ein Hoch
  • Skype für Telefonie und Videotelefonie
  • E-mail
  • Instant Messaging
  • Web-Conferencing
  • Web-Collaboration
  • Intranetsysteme für firmeninterne Kommunikation (Projekttools, Web-Conferencing, IM intern,…)

Update 14-05-2010: Inzwischen scheint es nicht nach einer einmaligen Ausnahme auszusehen. Immer wieder kommt es zu Einschränkungen im Flugverkehr. Zwar bisher nicht mehr auf ganz Europa bezogen, aber mit deutlichen Unsicherheiten für das Verkehrsmittel Flugzeug: Komme ich in den Urlaub? Gelange ich in vertretbarer Zeit wieder zurück? Werde ich den Geschäftstermin erreichen oder muss ich kurzfristig am Vortag mir einen anderen (beschwerlicheren) Weg suchen, wenn die Reisedistanz dies überhaupt erlaubt?